Sommerferien in Westfrankreich. Wunderbar. Nur dumm, dass ich es nach einer Woche geschafft habe, meine Kreuzbänder zum sechsten Mal zu lädieren. Und zwar richtig. Gleich ab ins Krankenhaus und satte 150 Euro für Krücken, Diagnose und ein wenig Verbandsmaterial. Und ohne Kernspintomografie keine weiteren Behandlungsschritte. Diese wollte ich aber nur bei meinem Arzt des Vertrauens machen und keine Unmengen an Geld in Frankreich ausgeben. Dank Auslandsversicherung wurde ich von zwei französischen Sanitätern zurück nach München gefahren. Dies dauerte 22 Stunden. Für die beiden Herren nochmals die gleiche Strecke zurück. Alles kostete mich 0,- Euro. Ich will gar nicht wissen, was ich ohne Auslandsversicherung gemacht hätte.
Eine Auslandsversicherung in Frankreich
Surfen in Costa Rica
Wir benötigten ein Auto, um an Strände zu kommen, an denen wir unbedingt surfen wollten. Jeder sagte uns: „Lasst nie Wertsachen im Auto, denn hier wird sehr oft eingebrochen!“. Zwei Wochen befolgten wir diesen Tipp und nie passierte etwas. Egal, wie abgelegen der Ort war. Der letzte Tag und wir waren auf dem Weg nach Jacó, um unser Mietauto abzugeben. Ich wollte noch bei meinem Lieblingscafé frühstücken, bevor wir die zweistündige Reise antraten. Das Auto parkten wir 5 Meter neben unserem Tisch und ließen unsere iPods, Pässe, Geldbörsen etc. drin – das waren ja nur 5 Meter! Man kann sich vorstellen, was passierte. Das Ärgerliche dabei war, ein Kleinbus mit amerikanischen Touristen parkte nach einer Weile vor unserem Jeep, und so hatten die Diebe den perfekten Sichtschutz. Ich sah sie noch verschwinden und hatte keine Chance mehr. Tja, diese Unvorsichtigkeit kostete mich viel Geld und Nerven. Auch bei 5 Metern – Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Lariam, Thailand, Venezuela
Ich habe mehrfach Lariam als Malariaprophylaxe benutzt. Der schlechte Ruf, der dem Präparat anhängt, wurde wettgemacht durch die Tatsache, dass man es nur einmal wöchentlich einnehmen muss. Außerdem habe ich den Horrorgeschichten einfach keinen Glauben geschenkt. Zu Unrecht, wie sich herausstellen sollte.
Thailand:
Nach der Einnahme von Lariam stellten sich nach ca. 1 Stunde unangenehme Nebenwirkungen ein. Ich hatte praktisch die Kontrolle über meine Arme und Beine verloren. So saß ich bis zum nächsten Morgen auf einem Felsen am Strand. Eigentlich ja ganz nett, aber in diesem Fall eher beängstigend.
Venezuela:
Dieses Mal ging es wesentlich wilder zu. Nachts hatte ich das Gefühl, mein Moskitonetz würde mich einschnüren. Im festen Glauben, ersticken zu müssen, schrie ich meinen Kumpel im Bett unter mir um Hilfe an. Aber der grinste nur teuflisch und tat nichts. Irgendwann gab ich auf und schlief entkräftet ein. Auf die Frage, warum er mir nicht geholfen habe, antwortete mein Kumpel: “Warum soll ich dir helfen, wenn du im Schneidersitz unter deinem Netz sitzt, blöde grinst und Geräusche machst wie ein Meerschweinchen?“ Ich war entsetzt! Die Todesangst der letzten Nacht war nur eine Wahnvorstellung gewesen.
Geldwechseln auf Penang, Malaysia
Eine Rucksacktour durch Südostasien führte mich auch nach Penang in Malaysia. Hier wollte ich in einer Wechselstube Travellerchecks gegen Landeswährung eintauschen. Ich war unzufrieden mit dem Wechselkurs in der ersten Wechselstube und ging zur nächsten. Der Kurs war noch schlechter. Ich ging noch zu drei anderen, und immer wurde der Kurs schlechter. Da fiel mir auf, dass die Wechsler immer gerade das Telefon auflegten, wenn ich ankam. Und dass sie sich alle ausgesprochen ähnlich sahen. Ich vermute also, dass es sich um eine „Wechselstuben-Mafia“ gehandelt hat. Ich habe dann einen Tag gewartet und bin zurück zur ersten Wechselstube gegangen. Dort empfing man mich mit breitem Grinsen und einem halbwegs annehmbaren Kurs.
Drinking in public, Kanada
Wie in den USA ist auch in den meisten kanadischen Provinzen das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit verboten. Das gilt auch in der Wildnis.
Ich war für ein paar Tage in Lake Louise im Banff National Park. Ich marschierte jeden Tag mit meiner Angel und ein paar Bier im Rucksack los in die Wälder, um an Seen und Bächen Forellen zu angeln. Einmal mache ich eine Pause und sitze mitten im Nichts auf einem Felsen am See. Die perfekte Stelle für ein kühles Bier. Da ich den ganzen Tag noch keinen Menschen gesehen hatte, habe ich großzügig auf eine braune Plastiktüte verzichtet. Ein Fehler. Kaum hatte ich angefangen zu trinken, kamen zwei Mounties den Weg am Ufer entlanggeritten. Ich grüßte freundlich und bekam ein Ticket für Drinking in public. Warum? Weil der Weg am See ein öffentlicher Wanderweg war.
Radfahren in Johannesburg, Südafrika
Dass in Johannesburg oft Autos gehijackt werden, ist mittlerweile bekannt. Als ich im Rahmen eines Austauschprogramms einige Monate in Johannesburg gelebt habe, bekam ich von meinen Mitschülern den Tipp, mit dem Rad nie an Ampeln anzuhalten. Neuerdings wurden nämlich auch Radfahrer überfallen und ihres Gefährts beraubt. Im Gegensatz zum Überfall auf Autofahrer, wobei Schusswaffen angesagt waren, wurde aber auf nur Messer zurückgegriffen. Radfahren nach Einbruch der Dunkelheit war ein absolutes Tabu.
Badedermatitis auf Ko Samui, Thailand
Nach dem Schwimmen auf Ko Samui juckte mein ganzer Körper. Nach einiger Zeit ließ die Hautirritation wieder nach. Ich gehe davon aus, dass es sich um Badedermatitis, auch als Swimmer’s Itch bekannt, gehandelt hat. Diese wird durch Ruderfußkrebschen bzw. deren Larven verursacht, die versuchen in die Haut einzudringen. Gründliches Abtrocknen reicht im Normalfall aus, um die lästigen Viecher unschädlich zu machen.
Taxifahrt in Caracas, Venezuela
Alitalia hatte einmal mehr unglaubliche Verspätung, sodass ich 5 Stunden zu spät in Caracas eintraf. Meine Freunde waren mit einer anderen Linie geflogen und hatten mittlerweile schon 7 Stunden auf mich gewartet. Ihnen war die Hälfte des Gepäcks abhandengekommen. Total entnervt gingen wir mit dem erstbesten aufdringlichen Taxifahrer mit. Unsere Tour vom Flughafen ins Zentrum führte in eine dunkle Gegend mit wenig Publikum. Hier hielt unser Fahrer und ein freundlicher Typ öffnete die Tür. Er teilte uns mit, dass unsere verbliebenen Rucksäcke jetzt ihm gehörten. Widerstand war zwecklos. So fuhren die beiden mit unseren Klamotten davon. Die Papiere und ein bisschen Geld hatten wir am Mann und konnten nach einiger Zeit ein lizenziertes Taxi ranwinken, das uns ohne Probleme zu unserem Hostel fuhr.